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Spannungen konditionieren

Betriebsmittel, Maschinen, Geräte und Elektronik werden auf eine ideale Spannung mit vorgegebener Amplitude und Frequenz ausgelegt. Allerdings gibt es in allen Energienetzen Einflüsse, durch die die ideale Spannung verändert wird. Spannungskonditionierung stellt sicher, dass die Spannungsqualität (Power Quality, kz. PQ) vor Ort optimal für die Nutzung ist. 

Folgende Problematiken müssen hierfür in Betracht gezogen werden:

Spannungseinbruch

a) Spannungseinbrüche (engl. „voltage dips“, amerik. „voltage sags“)

Ein Spannungseinbruch bezeichnet eine plötzliche Verringerung des Effektivwertes (< 1 min. bei Abweichung der Nominalspannung > 10 %*) der Spannung an einem bestimmten Punkt im Stromnetz, wenn dieser unterhalb eines vorgegebenen Schwellenwertes sinkt, gefolgt von einer Wiederherstellung des ursprünglichen Spannungsniveaus innerhalb eines kurzen Zeitintervalls.
Spannungseinbrüche gelten als zweidimensionales Phänomen, das von der Höhe der Spannung und der Zeitdauer abhängt. In der elektrischen Energieversorgung sind sie die Hauptursache für kostspielige, ungeplante Produktionsstillstände.

Sie treten häufig durch einen Kurzschluss und dessen Unterbrechung (Klärung) oder durch Laständerungen, wie zum Beispiel das Einschalten größerer Maschinen, auf. Bei Letzteren fällt durch den anfallenden hohen Einschaltstrom die Spannung im System am Innenwiderstand schlagartig ab. 

Normativ sind Grenzwerte festgelegt, um die Störung und den Ausfall verschiedener Geräte zu verhindern. Das betrifft unter anderem Frequenzumrichter, Schaltnetzteile, Schütze und in Extremfällen sogar robuste Verbraucher, wie Asynchronmotoren.

Überspannung:
Spannungsabweichung >10 % (Toleranzbereich) der Nominalspannung

Unterspannung:
Langfristiger Spannungsfall > 10 % und t > 1 min.

b) Über-/ und Unterspannungen (langfristige Spannungsabweichungen vom Nominalwert)

"Überspannung" liegt vor, sobald die Spannung die Nennspannungstoleranz (+10%) überschreitet. Man unterscheidet von langzeitiger Überspannung (eine Sekunde oder länger) und Transienten, die weiter unten behandelt werden.

Überspannung ist Sache des Energieversorgers, da dieser die Leistungszufuhr regelt.

Überspannungen können zum Beispiel durch folgende Vorgänge auftreten: 

-technischer Defekt einer Anlage in der Umgebung, die höhere Spannung verursacht
-große Last schaltet ab (-> Ausgleich der Leistungszufuhr)
-Abschaltung eines Netzsegments durch Schutzvorrichtung (Sicherung trennt einen Teil vom Netz -> Ausgleich der Leistungszufuhr)

Folgen von längeren Überspannungen können thermische Überbelastung (zum Beispiel am Transformator) oder Schädigung von elektronischen Bauteilen (Extremfall Brand / Explosion) sein.


"Unterspannung"
liegt dann vor, wenn der Spannungseinbruch länger als 60 Sekunden eintritt. Bei Spannung unterhalb der Nennspannungstoleranz (-10%) wird zwischen den oben genannten Spannungseinbrüchen und Unterspannung differenziert.

Über- und Unterspannungen auf einen Blick

Übersicht Über- und Unterspannungen nach EN 50160
Unsymmetrie 3-phasig
Beispiel-Graphen eines regelmäßigen Leistungseinbruchs der zu Flicker (z.B. Flackern einer Glühlampe) führt

c) Unsymmetrien

Im dreiphasigen Drehstromnetz sind die Spannungen symmetrisch, wenn sie um 120° verschoben und die Amplituden gleich sind. Dieser ideale Verlauf wird in der Regel durch die Generatoren in der Energieerzeugung gewährleistet. Allerdings kann dieser Verlauf vor allem in kleineren Netzen durch verschiedene oder verschieden angeschlossene Lasten im Netz verzerrt werden. Sind die Phasen ungleich verschoben oder unterscheiden sich die Amplitudenwerte, spricht man von Unsymmetrie. Dieses Phänomen führt zu ungleicher Belastung des Netzes, höheren Verlusten, Störungen und anderen Problemen, wie zum Beispiel uncharakteristische harmonische Oberschwingungen.

 

d) Flicker

Die Spannungsversorgung in einem Industriebetrieb kann zeitlichen Schwankungen unterliegen, die durch Laständerungen großer Verbraucher hervorgerufen werden.

Der Flicker (dt. Flimmern) bezeichnet die Änderungen der Lichtstärke von ungeregelten Beleuchtungsmitteln, die durch diese Schwankungen hervorgerufen werden. Als Wert stellt er ein wichtiges Kriterium zur Einschätzung der Spannungsqualität im betreffenden Energienetz dar. Da sich das Flimmern über die Ausbreitung der Spannung auswirkt, tritt es großflächig auf und ist nicht auf einen Raum begrenzt. Die Stärke der auftretenden Flickerpegel wird maßgeblich durch die Netzimpedanz bestimmt. Ab einer gewissen Intensität können diese Lichtänderungen vom Menschen wahrgenommen werden und zum Beispiel in Büros die Gesundheit und Psyche belasten. Neben den Lichtänderungen können unter anderem auch unkontrollierte Neustarts von PC's, Regelungsfehler, Momentenschwankungen in Motoren oder Netzwerkstörungen auftreten.

 

 


Typische Folge von Harmonischen:
Flattopping (abgeflachte Spannung)

Harmonische Spannungsverzerrungen filtern

 

Der ideale sinusförmige Verlauf der Spannung und des Stromes ist durch verschiedene Verbraucher und durch erneuerbare Erzeuger im Energienetz nicht garantiert. Verzerrungen entstehen unter anderem durch sogenannte Oberschwingungen, die in allen Frequenzbereichen auftreten können. Durch Fourier-Analyse werden die Bereiche in die einzelnen Anteile aufgeteilt und hierbei unterscheiden wir von der Grundschwingung (50 Hz im europäischen Verbundnetz):

  • Sub-Harmonische Oberschwingungen (Frequenzen < 50 Hz)
  • Harmonische Oberschwingungen (vor allem ungerade, natürliche Vielfache der Grundschwingung bis 2 kHz)
  • Inter-Harmonische Oberschwingungen (Frequenzen zwischen den Harmonischen)
  • Supra-Harmonische / hochfrequente Oberschwingungen (Frequenzen ab 2 kHz)

Oberschwingungen entstehen zum Beispiel durch drehzahl- und leistungsgeregelten Verbraucher mit nichtlinearen U-I-Kennlinien. Aus dieser nicht-sinusförmigen Stromaufnahme der Geräte ergibt sich eine Fülle von Frequenzanteilen, welche zur Grundschwingung zusätzlich aufgenommen bzw. abgegeben werden. Treffen diese Stromoberschwingungen auf unsere Energienetze mit einem dazugehörigen Innenwiderstand, so stellt sich eine entsprechende Oberschwingungsspannung ein und belastet das interne oder vorgelagerte Netz (=> Störpegel). Jedes Gerät oder Bauteil in diesem Stromnetz, ob nun mechanisch oder elektrisch, ist nur in einem bestimmten Rahmen belastbar und kann nur unter festgelegten Voraussetzungen einwandfrei arbeiten. Hierzu sollten die Störpegel, die im Netz auftreten können, bekannt sein und mit den Verträglichkeitspegeln der Spannungsqualität verglichen werden. Weitere mögliche Folgen von harmonischen Oberschwingungen sind Motorverluste, Fehlfunktionen von Schutzgeräten oder Störungen von Steuereinheiten in Maschinen und Anlagen.

 


Supra-Harmonische Spannungsverzerrungen filtern

Der Anteil an Leistungselektronik steigt durch technologische Weiterentwicklungen weiter an. Zum Beispiel wir die Größe der Komponenten für Wechselrichter und Gleichrichter weiter reduziert und es ist damit möglich den Strom und die Spannung schneller und in mehr Stufen zu schalten. Das vermehrt allerdings auch die dadurch entstehenden Phänomene.

 

Transienten

a) Transienten

Transienten sind kurzzeitige Spannungs- oder Stromsprünge, die durch plötzlich freigesetzte Energie, die zuvor gespeichert oder in anderen Mitteln induziert war, auftreten. In Umrichtern entstehen zum Beispiel beim Schalten der Thyristoren Entladungen, die sich je nach Intensität in den Kurvenverläufen als Transienten niederschlagen. Eine weitere Ursache sind induktive Maschinen, Blitzschläge und elektrostatische Entladungen.

 

Taktfrequenzen

b) Taktfrequenzen

Elektrische Schaltungen, zum Beispiel Wechselrichter in Solarparks, schalten in unterschiedlich vielen Stufen die Gleich- in eine Wechselkomponente. Die einzelnen Schritte (Takte) werden demnach nach ihrer Anzahl in einer bestimmten Geschwindigkeit geschalten: der "Taktfrequenz". Dabei entstehen auch in den Spannungs- und Stromkurven Verzerrungen und damit unter anderem auch Oberschwingungen.

 

Kommutierungseinbrüche

c) Kommutierungen

Eine Kommutierung beschreibt den Übergang von Strom von einem Leiter auf einen anderen. Für die Spannungsverzerrung spielen hierfür Wechsel-, Gleich-, Umrichter und allgemein Thyristoren eine große Rolle. In der Theorie schalten diese unendlich schnell und es kommt zu keiner Überschneidung der Ventile. In der Praxis führen allerdings kurzzeitig beide Leiter einen Strom (vgl. Kurzschluss) und erzeugen damit einen Kommutierungsstrom, der sich auf die Spannung als Verzerrung überträgt.

 

 


Resonanzen

Resonante Spannungsverzerrungen dämpfen

Resonanzen

Im Energienetz sind verschiedenste Arten an induktiven und kapazitiven Lasten miteinander verschalten. Zum Beispiel in einem Industriebetrieb induktive Transformatoren und kapazitive Gleichrichter mit nicht abgestimmten Kondensatoren. Dabei können Schwingkreise gebildet werden, die bei einer Resonanzfrequenz verstärkt schwingen und um ein Vielfaches ausschlagen können.

Die Resonanz beruht auf einer Polstelle, die durch die Wechselwirkungen der Betriebsmittel entsteht. An der Polstelle erhöht sich die Impedanz in einem bestimmten Frequenzbereich (Resonanzfrequenz). In diesem Fall entfällt nahezu der Blindwiderstand und es können zum Beispiel schon geringe Ströme (z.B. durch eine Schalthandlung) zu hohen Spannungsverzerrungen führen. Diese schwingenden Spannungsverzerrungen gefährden den Betrieb der Komponenten und Steuerungen im Werk und können diese auch zerstören.


Spannung-Strom-Phasenverschiebung

Blindströme kompensieren

Mit steigendem Leistungsverbrauch steigt auch der Verbrauch an Blindstrom und damit die Kosten, die der Energieversorger im Wechselstromnetz berechnet. Leistung teilt sich hierbei in die verbrauchte Wirkleistung und die bezogene Blindleistung auf. 

 

Blindleistung

Die Blindleistung entsteht durch induktive und kapazitive Betriebsmittel im Energienetz. In Induktiven Lasten, wie zum Beispiel Motoren, erzeugen die Wicklungen in jeder Sinushalbschwingung ein magnetisches Feld. In kapazitiven Betriebsmitteln, wie zum Beispiel Kabeln, wird ein elektrisches Feld erzeugt. Für diese Vorgänge ist Strom notwendig, der als Energie im Feld gespeichert wird und beim Wechsel der Halbschwingung wieder abgegeben wird. Damit ergibt sich eine Phasenverschiebung und der Strom pendelt zwischen Last und Erzeugung ohne verbraucht zu werden (abgesehen von Leitungsverlusten). Dieser sogenannte Blindstrom muss also vom Energieversorger bereitgestellt werden und erzeugt Kosten. Aus wirtschaftlicher Sicht ergibt es für Unternehmen ab einer gewissen Menge bezogener Blindleistung Sinn, diese vor Ort an der Last zu kompensieren, um Kosten zu sparen.

 


Frequenzstörungen

Frequenzabhängigkeit: Verbraucher zu Stromerzeugung

Der Strom aus der Steckdose hat nicht immer die gleiche Qualität. Das merkt ein Nutzer von Elektrogeräten normalerweise nicht. Für ihn gibt es nur die zwei Zustände: Strom da oder Strom nicht da, also Stromausfall. Doch mit einem Messgerät lässt sich die Stromqualität leicht erkennen. Sie verrät sich nämlich durch die Frequenz der Wechselspannung. Im Normalfall ändert die elektrische Spannung ihre Richtung mit einer Frequenz von 50 Hertz. Die zeitliche Veränderung der Spannungshöhe entspricht dabei einer wohlgeformten Sinuskurve. In ganz Deutschland, ja ganz Europa – zumindest im europäischen UCTE-Verbundnetz - arbeiten alle Kraftwerke, Überlandleitungen und elektrischen Geräte schön synchron im Takt mit eben diesen 50 Hertz, zumindest theoretisch. In der Praxis ist die Netzfrequenz nicht völlig stabil, sondern schwankt ein wenig. Die Frequenz unseres Energieversorgungsnetzes mit perfekter Versorgungs-Qualität beträgt 50 Hertz (Amerika = 60 Hertz). Je stärker die Frequenz von diesem Normwert abweicht, umso schlechter ist die Qualität. Und das kann dramatische Auswirkungen haben. Bei zu starken Abweichungen der Netzfrequenz vom Idealwert, droht der völlige Zusammenbruch der Spannungsversorgung – ein Blackout. So lange man sich seinen Strom nicht mit Hilfe von Generatoren oder einem privaten Kraftwerk selbst bereitstellt, kann man auf die genannten Frequenzstörungen nicht einwirken. Für dieses Problem ist einzig und allein der Energieversorger zuständig.


Was genau ist jetzt der richtige Begriff? 'Oberwelle' oder 'Oberschwingung'?

 

Folgend ein kurzer wissenschaftlicher Exkurs, verfasst von Geschäftsführer und Quantenphysiker Dr. rer. nat. Christian Dresel, zur häufig gestellten Frage "Spricht man bei harmonischen Spannungsverzerrungen von 'Oberwellen' oder 'Oberschwingungen'?"

Um der Thematik wissenschaftlich auf den Grund zu gehen, vorweg die unterschiedlichen physikalischen und elektrotechnischen Definitionen der geforderten Begriffe 'Welle' und 'Schwingung'. 

Definition Welle:

Eine sich räumlich ausbreitende Erregung, die Energie transportiert. Damit können Wellen als Ausbreitung der Störungen von physikalischen Größen, wie z.B. die Auslenkung von Teilchen eines Mediums oder die Feldgrößen eines physikalischen Feldes, aufgefasst werden. Die Störung kann dabei eine einmalige Erregung oder auch ein periodischer Vorgang sein. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Wellen ist stets endlich.

(Quelle: Spektrum der Wissenschaft)

 

Definition Schwingung (Physik):

Eine Schwingung ist eine zeitlich periodische Änderung einer physikalischen Größe bzw. eines physikalischen Zustandes.

(Quelle: Lexikon der Physik)

 

Definition Schwingung (nach Fouriertheorie):

Periodische Vorgänge die nicht sinusförmig verlaufen, deren Funktion aber unendlich oft stetig differenzierbar ist, lassen sich aus einer Grundschwingung und Schwingungen mit ganzzahligen Vielfachen der Grundfrequenz darstellen.

(Quelle: Bronstein Semendejew, Taschenbuch der Mathematik)

 

Fazit:

Im Sinne der oben aufgeführten Definitionen sind 'Oberschwingungen' die Änderungen einer physikalischen Größe, deren Frequenz ein Vielfaches einer gegebenen Grundschwingungsfrequenz ist, welche aber immer am gleichen Ort stattfindet.

Im Sinne der oben aufgeführten Definitionen sind 'Oberwellen' die Änderungen einer physikalischen Größe, deren Frequenz ein Vielfaches einer gegebenen Grundschwingungsfrequenz ist, die sich aber - im Gegensatz zu 'Oberschwingungen' - gemeinsam mit der Grundwelle im Raum ausbreitet.

Die Begriffe 'Oberwelle' und 'Oberschwingung' werden im Bereich der Spannungsqualität (PowerQuality) oft als Synonym verwendet.

Selbst ausgewiesene Experten der Spannungsqualität rümpfen über den Begriff 'Oberwelle' äufig snobistisch die Nase.

Fakt ist, dass für Spannungsqualitätsphänomene, die sich in einem bereits eingeschwungenen Zustand befinden, die 'Oberschwingung' wissenschaftlich gesehen der korrekte Begriff ist.

Wenn aber eine Störgröße ihre Störung noch im Raum ausbreitet ist es, nach der obigen Definition, eine 'Oberwelle'.

In der praktischen Anwendung ist die Verwendung beider Begriffe von mathematisch ausreichender Präzision, um Phänomene richtig zu beschreiben.

Wissenschaftlich grob falsch ist es hingegen, nicht harmonische Spannungsverzerrungen wie Taktfrequenzen, Kommutierungseinbrüche und ähnliches, als 'Oberschwingungen' oder 'Oberwellen' zu bezeichnen.

Diese Art von Verzerrungen ist weder unendlich oft differenzierbar, noch handelt es sich zwingend um Störungen, deren Frequenz ganzzahlige Vielfache der Grundschwingung sind.

gez. Dr. rer. nat. Christian Dresel


Warum eigentlich DAS Filter und nicht DER Filter?

Während im alltäglichen Sprachgebrauch die maskuline Form vorherrscht (z. B. der Kaffeefilter), wird im technischen oder fachlichen Zusammenhang die Neutrumform bevorzugt: das Farbfilter, das Luftfilter.

Im Allgemeinen definieren wir das Filter wie folgt:
Das Filter ist eine aus elektrischen Schwingkreisen bestehende Vorrichtung, die nur Wechselstrom bestimmter Frequenzen hindurchlässt.

 

 

 

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Allgemeine wichtige Fachinformationen zu Kompensations- und Filterkreisanlagen:

Einschaltstrombegrenzungsdrosseln

Einschaltstrombegrenzungsdrosseln begrenzen den Strom, der im Einschaltmoment in den Kondensator fließt, mit den folgenden Vorteilen:

• Reduktion des netzseitigen Spannungseinbruchs beim Einschalten

• leichtere Auslegung des vorgelagerten Leistungsschalters

• leichteres Einhalten der Selektivitätskriterien

• unproblematisches Parallelschalten mehrerer Kondensatorbatterien

• Reduktion des Einschaltstroms (Î) gemäß Norm < 100 x IN (IEC 60871) 


Optimale Belüftung

Im internen Aufbau von Kondensatoren werden organische Folien als Dielektrikum verwendet, deren Lebenserwartung
stark von der thermischen Belastung und den Kühlmöglichkeiten abhängt.
Ein möglichst offener Aufbau einer Kondensatorbank erlaubt im Allgemeinen eine optimale Kühlung ohne Zwangsbelüftung. Speziell für größere Leistungen mit entsprechend hoher Verlustwärme empfiehlt sich daher eine Bauform in IP00-Ausführung. Alle Condensator-Dominit-Anlagen werden so konzipiert, dass sie eine Lebenserwartung von durchschnittlich 15 Jahren erreichen.


Unverdrosselt entgegen Verdrosselt

Unverdrosselte Kondensatoren, bzw. unverdrosselte Kompensationsanlagen, verschlechtern die Spannungsqualität in Ihrem elektrischen Netz. Störung oder gar Zerstörung von im Netz befindlichen Betriebsmitteln, kostspielige Maschinenausfälle und ungeplante Stillstände sind die Folge.
Unverdrosselte Kompensationsanlagen stellen ein kostspieliges Risiko dar!

Verdrosselte Kondensatoren, bzw. verdrosselte Kompensationsanlagen, verschlechtern die Spannungsqualität in Ihrem elektrischen Netz oberhalb deren Abstimmfrequenz NICHT. Sie führen dort sogar zu einer Verbesserung der Spannungsqualität.

Die nötige Abstimmfrequenz ergibt sich aus dem Verdrosselungsgrad, der üblicherweise in Prozent angegeben wird.

Typische Verdrosselungsgrade:

• 189 Hz = 7 %

• 141 Hz = 12,5 %

• 134 Hz = 14 %

Eine deutliche Verbesserung der Spannungsqualität in Ihrem elektrischen Netz erreichen Sie, wenn Sie eine Filterkreisanlage zur Filterung der destabilisierenden 5. Harmonischen installieren. Siehe auch: SOFIA


Entladezeit von Kondensatoren

Kondensatoren sind Energiespeicher. Unmittelbar nach dem Abschalten einer Kompensationsanlage muss davonausgegangen werden, dass die Kondensatoren evtl. noch unter Spannung stehen. Dies kann zum eineneine Gefährdung von Personen darstellen, zum anderen ist ein Wiedereinschalten einer geladenen Kondensatorbankunter dem Aspekt der Lebensdauer nicht zu empfehlen.

• Sofern nicht explizit anders vertraglich vereinbart, enthalten alle Mittelspannungskondensatoren der Firma Condensator Dominit eine interne Entladeeinrichtung, die eine normgerechte Entladung sicherstellt.

• Die Norm für Mittelspannungskondensatoranlagen verlangt eine Entladung auf 75 V Restspannung innerhalb von 10 Minuten.

• Alle Anlagenregler der Firma Condensator Dominit stellen sicher, dass die Schaltung von Kondensatorbänken erst nach einer angemessenen Entladezeit erfolgt.

• Herkömmliche AC-Spannungsprüfer sind nicht geeignet, die Entladung eines Kondensators sicher zu prüfen – Achtung: Gleichspannung (DC-Spannungsprüfer verwenden)! 


Störlichtbogen

Der Energiegehalt eines Störlichtbogens, insbesondere einer Mittelspannungsanlage, kann erheblich sein. Der Schaden, der durch einen Störlichtbogen verursacht wird, wird im Allgemeinen umso größer, je höher die Spannung ist, je höher die Kurzschlussleistung des Netzes ist umso länger der Störlichtbogen ansteht. Tritt bei einer Kompensationsanlage der Störlichtbogen hinter der Antiresonanzdrossel auf, fällt der Störlichtbogenstom deutlich kleiner aus. Dies hat den Vorteil, dass das Störlichtbogen-Risiko bei einer Kompensationsanlage im Allgemeinen kleiner ist als bei einer Schaltanlage, allerdings ist dies bei der Einstellung von evt. vorgelagerten Leistungsschaltern zu berücksichtigen.

Der Energieinhalt eines Störlichtbogens, der bei einer Spannung von ca. 20 kV für 1 sec ansteht, entspricht der Sprengkraft von ca. 1 kg TNT pro 10 kA Kurzschlussstrom!!! 


IP-Schutzklassen

Besonders für Mittelspannungsanlagen im Außenbereich sind der Schutz von Personen gegen unbeabsichtigte Berührung und der Schutz der Anlage gegen Witterung und
unbefugtes Betreten wichtig. In der Nomenklatur der IP-Schutzklasse beschreibt die erste Zahl den Staubschutz, die zweite Zahl den Schutz gegen eindringendes Wasser und in manchen Fällen ein angehängter Buchstabe Besonderheiten des Personenschutzes. Es bedeuten häufig verwendete Schutzarten zum Beispiel:

• IP00 – kein Berührungsschutz, kein Schutz vor Witterungseinflüssen, komplett offen. Solche Anlagen müssen separat durch einen Zaun gesichert oder in eine Halle gebaut werden.

• IP21 – Schutz gegen Fremdkörper mit Durchmesser > 12 mm und Wassertropfen von oben; solche Anlagen eignen sich in erster Linie im Innenraum für abgeschlossene elektrische Betriebsräume.

• IP42 – Schutz gegen Eindringen von Körpern mit Durchmesser > 1 mm und schräg eintreffendes Wasser; Einsatzorte sind zum Beispiel Fabrikhallen mit Sprinkleranlagen oder Freiluftaufstellung.

• IP34D – Schutz gegen Eindringen von Körpern mit Durchmesser > 2,5 mm, Spritzwasser aus allen Richtungen, „D” bedeutet erhöhten Personenschutz.

Auch mit einem Draht oder Werkzeug können nach 100 mm Eindringtiefe keine spannungsführenden Teile erreicht werden.


Betauung

Elektrotechnische Anlagen in geschlossenen Gebäuden oder Stationen sind vor direkten Witterungseinflüssen geschützt. Allerdings ist eine optimale Belüftung für die Lebensdauer von Kompensationsanlagen in geschlossenen Gebäuden sehr wichtig, so dass die Anlagen indirekt Witterungseinflüssen ausgesetzt sind. Um diesen Widerspruch aufzulösen, sind die Betonstationen der Firma Condensator Dominit zweigeteilt.

Steuerungselektronik, speicherprogrammierbare Bausteine und ähnliche empfindliche Komponenten sind in einem getrennten klimatisierten Schrank oder einem klimatisierten Abteil der Station untergebracht.

Diese Komponenten erzeugen kaum Abwärme, und die Klimatisierung lässt sich leicht realisieren.

Die eigentlichen Leistungskomponenten sind so ausgelegt, dass sie durch doppelte Tränkung und ähnliche Maßnahmen witterungsunempfindlich sind. 


Luft und Eisen

Eisenkerndrosseln sind kompakt, haben kaum Streufelder, sind ideal für Innenraumaufstellung und erlauben hohe Induktivitäten auf kleinem Raum. Luftdrosseln benötigen um sich herum eisenfreie Räume, um magnetische Einkopplungen zu vermeiden, sind ideal für Außenaufstellung und eignen sich insbesondere für hohe Leistungen. Typischerweise machen Luftdrosseln bei Applikationen ab 20 kV und Stufenleistungen ab 2,5 Mvar sehr viel Sinn, bei Spannungen unter 20 kV oder Stufenleistungen kleiner 2,5 Mvar sind in den meisten Fällen Eisenkerndrosseln vorzuziehen.